Wer anstatt Hirnmus gerne anderes Mus erschaffen möchte, findet eventuell hier die Gelegenheit:
Aus dem Aufruf der Autonomen Antifa Karlsruhe:
“Naziaufmarsch verhindern – Join the antifascist action
+++ Antifaschistische Kundgebung +++ Samstag, 01.12.07 +++ 11:30h +++ Ettlingen, S-Bahn Haltestelle Wasen (Stadtplan) +++
Am 01. Dezember werden Nazis erneut versuchen, durch Ettlingen zu marschieren. Nachdem dies letztes Jahr aufgrund eigener Unfähigkeit nicht funktionierte, starten sie nun Ende des Jahres den vierten Versuch (1, 2, 3) seit Dezember 2005 in Karlsruhe bzw. Ettlingen aufzumarschieren. Dieses Jahr ist allerdings davon auszugehen, dass dies auf juristischem Weg nicht verhindert wird.
Als Veranstalter treten Freie Kräfte und die JN Baden-Württemberg auf, so dass damit zu rechnen ist, dass Nazis aus ganz Süddeutschland nach Ettlingen kommen werden. Die Nazis treffen sich um 13h am Bahnhof Ettlingen-West.
Das Ettlinger Bündnis gegen Rassismus und Neonazis bildet wie im letzten Jahr ein breites Bündnis und ruft alle Menschen in Ettlingen dazu auf gegen Rassisten und Nazis zu demonstrieren.
Über Details und weitere antifaschistischen Gegenaktivitäten an diesem Tag in Kürze hier mehr.”

26. November 2007 um 13:05
Zur Dokumentation:
“Naziaufmarsch? Keinen Meter den Faschisten!
Am 1. Dezember ist es mal wieder soweit – Nazis planen in Ettlingen bei Karlsruhe aufzumarschieren. Schon vor genau einem Jahr versuchten Nazis in Ettlingen zu demonstrieren, was aber u.a. wegen offen antisemitischer Hetze in Form eines zerschlagenen Davidsterns und dem eindeutigen Aufruf zur Gewalt auf der Mobilisierungshomepage verboten wurde. Der jetzt geplante Aufmarsch zu dem neben so genannten „freien Kräften“ auch mehrere Kreisverbände der NPD und deren Jugendorganisation JN aufrufen, könnte einer der größten in Baden-Württemberg in diesem Jahr werden.
Schon seit Jahren versuchen Nazis in der eher ländlichen Region um Karlsruhe Fuß zu fassen. So traten rechte Schläger in der Gegend mit zahlreichen gewalttätigen Übergriffen und Drohungen gegen linke Jugendliche und MigrantInnen in Erscheinung. Ziel ist hier, wie in vielen anderen Fällen auch, nach dem Vorbild einiger Gegenden in Ostdeutschland sog. „national befreite Zonen“ zu schaffen. Gebiete also in die sich einerseits Menschen mit dunklerer Hautfarbe, alternative Jugendliche, Linke oder Behinderte aus Angst vor Angriffen nicht mehr hinein trauen können und in denen die Nazis andererseits auch politisch und gesellschaftlich stark verankert sind. Zwar existiert in Ettlingen keine „national befreite Zone“, einen gewissen Einfluss auf die Lokalpolitik haben Nazis dort aber doch: So reichte der Stadt Ettlingen beispielsweise eine Drohung örtlicher Neonazis um eine antifaschistische Infoveranstaltung im örtlichen Jugendhaus zu verbieten.
Das Karlsruher Umland bildet aber bekanntlich keine Ausnahme was rechte Aktivitäten angeht. Schon immer versuchen Nazis vor allem in ländlichen Regionen in denen kein oder nur schwacher antifaschistischer Widerstand zu erwarten ist, ihre Strukturen zu etablieren. Neu ist aber die Vielzahl an Kundgebungen und Demonstrationen mit denen dies geschieht. Allein von 2001 bis 2006 steigerte sich die Zahl faschistischer Demos und Kundgebungen in Baden-Württemberg von 5 auf 36 im Jahr. Dass die Teilnehmerzahlen bei diesen Aufmärschen nur bei seltenen Großereignissen die 200 übersteigen und häufig auch nur mit einigen Dutzend auskommen, scheint die Nazis nicht wirklich zu stören. Viel wichtiger ist ihnen, neben dem Effekt die antifaschistischen Kräfte zu zersplittern, anscheinend die Form ihres Auftretens. Vor allem die selbst ernannten „Autonomen Nationalisten“, in Baden-Württemberg unpassenderweise häufig identisch mit der JN, kopieren in meist nur peinlicher Weise „linke“ Scenecodes wie dunkle Kleidung usw. und versuchen sich dadurch als „wahre Rebellen“, als echte Opposition darzustellen. Um ihren Anspruch die einzig echte Opposition zu sein, sind Nazis häufig bemüht sich ein soziales Image zu verpassen. So versuchten Nazis auf die Proteste gegen den Irak-Krieg aufzuspringen, den Widerstand gegen die Einführung von Hartz IV zu vereinnahmen oder demonstrieren mittlerweile auch mal für den Tierschutz.
So bizarr das manchmal auch wirken mag, neu ist diese Taktik ganz und gar nicht. Der „Antikapitalismus von Rechts“ ist so alt wie die ganze faschistische Bewegung. Auch die historischen Faschisten nannten sich in Deutschland ja nicht grundlos Nationalsozialisten und versuchten mit pseudo-sozialistischer Rhetorik, die breite antikapitalistische Stimmung in der Bevölkerung der 20er und 30er Jahre aufzugreifen. Dass es sich bei dem Gerede von „nationalem Antikapitalismus“ um nichts als Antisemitismus und beim „nationalem Sozialismus“ im Grunde um eine Politik ganz im Sinne des deutschen Großkapitals handelte, bewies der weitere Verlauf der Geschichte. Mit dem imperialistischen Krieg, dem 60 Millionen Menschen zum Opfer fielen, den KZ´s in denen 6 Millionen Juden und Jüdinnen und hunderttausende Sinti und Roma, KommunistInnen und SozialdemokratInnen elend ermordet wurden, mit der Zerschlagung der Gewerkschaften und der verschärften Ausbeutung, bewiesen die deutschen Faschisten für was ihr System wirklich steht. Und auch diejenigen, die sich heute „nationale Sozialisten“ nennen haben nicht eine gerechtere Welt ohne Krieg, Ausbeutung und Diskriminierung im Sinn, sondern ein System des organisierten Terrors, in dem die Menschen aufgrund von Hautfarbe, Geschlecht oder Herkunft verurteilt und diskriminiert werden.
Zwar steht ein solches System noch nicht unmittelbar vor der Tür, die Gefahr die aber auch schon heute, ganz konkret von faschistischen Schlägertrupps auf der Straße ausgeht ist nicht zu unterschätzen. Allein seit Anfang der 90er Jahre wurden in Deutschland nach vorsichtigen Schätzungen über 130 Menschen von Nazis ermordet, unzählige wurden angegriffen, beleidigt und bedroht. Die Mehrzahl dieser Übergriffe fanden und finden in Gegenden statt in denen den Neonazis kein kontinuierlicher Widerstand entgegengesetzt wird. Unsere Antwort kann deshalb nur sein uns dem braunen Pack überall und in egal welcher Form sie auftauchen, ob als sportlich gekleidete „Autonome Nationalisten“, als klassische Nazi-Skinheads oder bieder in Anzug und Krawatte als Abgeordnete in den Parlamenten, entschlossen entgegenzustellen. Um in dieser, häufig mühevollen, alltäglichen Arbeit nicht aufgerieben zu werden, müssen wir uns vernetzen und organisieren. Nur so können wir die notwendigen antifaschistischen Strukturen schaffen die den momentanen Vormarsch der Nazis stoppen können!
In diesem Sinne:
Den antifaschistischen Widerstand organisieren!
Kein Fußbreit den Faschisten!
Für eine Welt ohne Ausbeutung, Diskriminierung und Rassismus! ”
entnommen von http://www.antifa-aufbau.org